Schlagzeilen des Jahres 1968

Schlagzeilen und Ereignisse des Jahres 1968

Das Jahr 1968 war ein bewegendes Jahr, in dem die tödlichen Attentate auf Robert F. Kennedy und Martin Luther King die Welt erschütterten.

In der Tschechoslowakei wurde der „Prager Frühling“ durch den Einmarsch der sowjetischen Truppen gestoppt.

In vielen Ländern der Welt ging die Jugend auf die Straße, um gegen den konformistischen Druck, die bestehende Ordnung und Reglementierungen zu demonstrieren. Dabei nahmen die Proteste immer blutigere Ausweitungen an und mündeten in Deutschland in dem Attentat auf Rudi Dutschke, der Vorsitzender des Sozialistischen Deutschen Studentenbund gewesen ist. Im Rahmen der Osterunruhen kam es in 27 Städten zu heftigen Protestaktionen, bei denen zwei Personen das Leben verloren.

Die APO zerfällt in konstruktive und destruktive Lager. Eine Gruppe um Andreas Baader beginnt mit Terroraktionen gegen Frankfurter Kaufhäuser (Brandstiftungen). Alle Beteiligten machen zunehmend die überwiegend rechtsorientierte meinungsbildende Presse, allen voran den Springer-Konzern, für die Polarisierung verantwortlich. Am 11.4. wird der profilierte Repräsentant der APO Rudi Dutschke von einem Arbeiter mit einem Kopfschuß lebensgefährlich verletzt. Mit diesem Attentat wird der BRD die friedliche Auseinandersetzung um den Generationenkonflikt genommen. Die DDR nutzt in den kommenden Jahren die Konfliktsituation zu ihren Gunsten aus durch Finanzierung der linksradikalen Kreise, um die Gesellschaft der BRD zu destabilisieren.

Die DDR zeigte weiterhin wenig Interesse an einem Dialog mit der BRD, obwohl sich die Bundesregierung stark darum bemühte. Die Einführung eines Visums für Berlinreisende und die Beteiligung der DDR am Stoppen des Prager Frühlings beeinträchtigten das Verhältnis zwischen Ost und West zusätzlich. Dort wird auch die Strafgesetzgebung von 1871 abgelöst. Politische Vergehen werden mit besonderer Härte verfolgt, einige sexuelle Strafbestände straffrei gemacht (Homosexualität und Sodomie).

Die DDR vollzieht auch einen weiteren Schritt zur eigenen völkerrechtlichen Anerkennung und zur Abgrenzung von der BRD, indem sie die Paß- und Visumpflicht für den Personenverkehr zwischen den beiden deutschen Staaten einführt.

Ende des Jahres 1968 richteten sich alle Augen auf den Fernseher. Die US-amerikanische Raumfahrtmission Apollo 8 startete und lieferte fantastische Bildaufnahmen von dem Weltenraum. Insbesondere die Übertragung aus dem Mondorbit am 24. Dezember ist hervorzuheben, bei der die drei Astronauten als weihnachtliche Botschaft aus der Bibel vorlasen.

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Monate des Jahres 1968

Das Autojahr 1968 verlief hinsichtlich der Produktionszahlen deutlich besser als das Vorjahr. Insbesondere der Marktanteil für Exporte stieg an, sodass 30 % mehr Fahrzeuge ins Ausland geliefert worden sind. Innerhalb Deutschlands gab es einen Trend zum sportlichen Fahrzeug. Opel reagierte auf diesen Wunsch der Kunden und stellte den GT vor. Aufgrund des Preises von knapp 12.000 Deutsche Mark war er auch für den Normalbürger interessant. Vor allem die junge Generation schätzte die versenkbaren Scheinwerfer, die Schalensitze und die Höchstgeschwindigkeit von 185 km/h.

Als sportliches Pendant zum Ford Mustang kam in Deutschland der Ford Capri mit seinen 75 PS auf den Markt. Als erfolgreichster Produzent präsentierte sich VW. Knapp die Hälfte aller verkauften Autos stammten von dieser Marke. Mit dem VW 411 brachte VW im Jahr 1968 ein neues Modell heraus, bei dem es sich um eine Limousine der Mittelklasse handelte.

Bundeswirtschaftsminister Karl Schiller darf als Erfolg für sich und seine Idee der „Konzertierten Aktion“ verbuchen, daß die gestiegene Arbeitslosigkeit im Laufe des Frühjahrs aufgefangen wird und in der zweiten Jahreshälfte wieder Vollbeschäftigung (Quote 0,8%) erreicht ist. Die Wirtschaftskrise ist überwunden, nicht zuletzt deshalb, weil sie sich weigert, die D-Mark angesichts einer internationalen Währungskrise aufzuwerten. Stattdessen stützt sie den frz. Franc mit 8 mrd DM und erhält der BRD ihre Exportfähigkeit.

Bereits seit 1958 versuchten die Rechtsparteien der BRD, sogenannte Notstandsparagraphen ins Grundgesetz einzubauen, was stets am Widerstand der SPD gescheitert ist. Jetzt ist diese selbst an der Regierung beteiligt, der Widerstand „von unten“ gegen die etablierten Systeme hat zugenommen, und jetzt stimmt auch die SPD am 30.5. sogenannten „vereinfachten“ Notstandsgesetzen zu. Da es sich um eine Grundgesetzänderung handelt, ist eine Zweidrittelmehrheit im Bundestag erforderlich, die vor der Großen Koalition nicht zu bekommen war. Die Verabschiedung ist von heftigen Protesten der Studentenbewegungen und auch des Gewerkschaftsbundes begleitet.

Nachdem die KPD Kommunistische Partei Deutschlands 1956 vom Bundesverfassungsgericht verboten worden war, konstituiert sich die DKP Deutsche Kommunistische Partei und erklärt, mit alle Füßen auf der Rechtsgrundlage des Grundgesetzes zu stehen.